Reisen mit Einschränkungen – neue Möglichkeiten (Teil 2)

Willkommen zu Teil 2 dieser Podcast-Serie, in der es um das Reisen mit Einschränkungen geht.
In der letzten Folge haben wir uns mit den inneren Fragen rund um das Reisen beschäftigt: mit Sehnsucht, Grenzen und Gedanken, die dabei auftauchen können. Darüber, wie du herausfindest, ob du die Strapazen des Reisens noch auf dich nehmen sollst oder zu Hause bleibst und den Traum vom Reisen aufgibst.

Wenn du dir die Folge noch nicht angehört oder durchgelesen hast, dann hol das gerne nach.

Heute geht es einen Schritt weiter: in die Möglichkeiten.
Wie kann Reisen trotz körperlicher Einschränkungen konkret aussehen und was kann helfen, damit es sich wieder stimmig anfühlt?

Du kannst diesen Artikel auch als Podcastfolge hören:

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Hast du das Gefühl, du musst Abschied von der Art zu reisen nehmen, wie du sie früher geliebt hast?

Hat sich dein Blick auf die Abenteuer verändert, seit dein Körper andere Bedürfnisse hat?

Gibt es trotzdem Momente, in denen du Hoffnung spürst, irgendwann wieder unterwegs zu sein?

Einige dieser Fragen und andere habe ich mir auch gestellt. Wie ich bereits im ersten Teil dieser Podcast-Serie erzählt habe, kenne ich die Angst, dass Reisen vielleicht nie wieder so möglich sein wird wie früher. Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass Reisen trotz meiner körperlichen Einschränkungen wieder Freude, Leichtigkeit und echte Abenteuer mit sich bringen könnte.

Heute weiß ich: Ja, meine Reisen sehen anders aus als früher. Aber anders bedeutet nicht weniger schön.

Im Gegenteil: Durch diese Veränderungen habe ich neue Erfahrungen gemacht, meinen Blickwinkel erweitert und Möglichkeiten entdeckt, die ich früher vermutlich nie in Betracht gezogen hätte. Reisen hat mich gelehrt, offen für neue Wege zu sein und genau darin können oft ganz besondere Erlebnisse entstehen.

Deshalb möchte ich heute mit dir auf die Möglichkeiten schauen. Auf das, was trotz Einschränkungen machbar sein kann und wie Reisen wieder zu etwas werden darf, worauf du dich freust.

Deshalb mag ich jetzt ganz konkret auf Folgendes eingehen:

🌿 Welche Möglichkeiten gibt es, mit meiner gesundheitlichen Situation zu reisen und wie kann ich die Reise so gestalten, dass ich mich wohlfühle?

Wie kann ich es angehen, wenn ich mich also „trotzdem“ entscheide, zu reisen?

Denkst du manchmal: „Ich würde sofort losgehen, wenn mein Körper mitmachen würde“?

Gibt es Tage, an denen du wütend darüber bist, dass Reisen plötzlich mit so vielen Hürden verbunden ist?

Was vermisst du am meisten am Reisen? Die Bewegung, die Freiheit, das Entdecken oder einfach das Gefühl, lebendig zu sein?

Glaubst du, dass man trotz körperlicher Einschränkungen noch Abenteuer erleben kann, vielleicht einfach anders als früher?

Ich kann dir sagen: Ja.
Vielleicht nicht mehr auf dieselbe Art wie früher, aber trotzdem auf eine unglaublich wertvolle Weise.

Was mir enorm geholfen hat:

Mein Blickfeld öffnen

Grundlegend offen dafür zu sein, dass Veränderung nicht automatisch Rückschritt bedeutet.
Auch wenn es sich anfangs vielleicht genauso anfühlt. Veränderung kann auch neue Möglichkeiten mit sich bringen. Neue schöne Erfahrungen. Neue Arten zu reisen. Neue Arten zu leben. Und vielleicht stimmst du mir gerade noch nicht zu. Das ist völlig okay.Bleib trotzdem gerne noch einen Moment hier und gib mir zumindest die Chance, dir ein paar Impulse mitzugeben.

Ein weiterer Punkt ist:

Das Reisen neu zu definieren

Hast du deine Art zu reisen wirklich noch nie verändert, unabhängig von deiner gesundheitlichen Situation? Wenn du ehrlich hinschaust, haben sich deine Reisen vielleicht schon öfters verändert. Weil du dich verändert hast. Weil sich deine Interessen verändert haben. Oder weil du irgendwann einfach andere Dinge wolltest. Vielleicht bist du früher ganz anders gereist als heute. Und genau deshalb darfst du jetzt auch schauen, wie du deine Reisen erneut an deine Bedürfnisse anpassen kannst. Man kann schneller oder langsamer reisen, beides hat Vor- und Nachteile. Einerseits kannst du viele Orte in kurzer Zeit sehen. Andererseits kannst du an einem Ort wirklich ankommen, ihn intensiver wahrnehmen und viel bewusster erleben.

Was mir auch geholfen hat:

Barrierefrei und komfortabel planen

Das bedeutet im Grunde einfach nur, deine Kräfte dort zu schonen, wo es möglich ist. Oft unterschätzen wir, wie wertvoll „kleine“ Anpassungen sein können.

Zum Beispiel:

  • ebenerdige Ferienwohnungen

  • Hotels mit Lift

  • Sitzplatzreservierungen, damit du nicht erst lange nach einem Platz suchen musst oder vielleicht sogar stehenbleiben musst, obwohl dein Körper eigentlich eine Pause bräuchte

  • Direktverbindungen statt mehrerer Umstiege

  • Reisen außerhalb der Hochsaison

  • oder auch der Flughafensupport mit Rollstuhlservice

Dieser Service hat mir persönlich enorm geholfen, als es mir noch schwerfiel, längere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Und genau da habe ich mich irgendwann gefragt: Warum soll ich Hilfsmittel oder Unterstützung nicht nutzen, wenn sie mir das Reisen erleichtern?

Ein wichtiger Schritt für mich war auch:

Vor Ort am Reiseziel

Denn auch dort darfst du schauen, wie du deine Kräfte sinnvoll einsetzen möchtest.

Vielleicht helfen dir:

  • Taxis

  • öffentliche Verkehrsmittel

  • weniger Wege zu Fuß

  • mehr Pausen

  • oder bewusst langsamere Tage

Mir persönlich hat das unglaublich geholfen. Dadurch konnte ich trotzdem Orte und Sehenswürdigkeiten sehen, die ich unbedingt erleben wollte, ohne bereits auf dem Weg dorthin komplett an meine Grenzen zu kommen.

Und ja, das ist ein sehr persönliches Beispiel, zugeschnitten auf meine gesundheitliche Situation. Dir helfen jedoch vielleicht ganz andere Dinge, je nachdem, wie deine gesundheitliche Situation ist und was du gerade brauchst. Aber vielleicht inspiriert es dich trotzdem, deinen eigenen Weg zu finden.

Was mir den Weg erleichtert hat:

Guides oder Fremdenführer mit einbinden

Ich durfte Florenz in einem Sidecar mit einem Guide erkunden und das war einfach unfassbar schön. Ich habe dadurch Orte gesehen und Geschichten erfahren, die ich ohne diese Unterstützung wahrscheinlich nie erlebt hätte. Auch in Asien waren Guides für mich eine wichtige Unterstützung.

Ohne sie wären viele Erfahrungen für mich gar nicht in dieser Form möglich gewesen.

Und genau das meine ich:
Manchmal verändert sich nicht das Erlebnis selbst, sondern nur die Art, wie wir dorthin gelangen.

Fällt es dir trotz all dieser Impulse schwer, dich wieder aufs Reisen einzulassen, obwohl du es dir so sehr wünschst?

Wünschst du dir jemanden, der dich versteht und dich professionell dabei begleitet, deinen eigenen Weg des Reisens neu zu entdecken, angepasst an deine gesundheitliche Situation und deine Bedürfnisse?

Dann schreib mir gerne oder buche dir ein Erstgespräch. Als systemische Coachin begleite ich dich dabei, Reisen nicht nur als Sehnsucht zu sehen, sondern wieder als etwas, das sich für dich möglich, sicher und gut anfühlen darf, sodass Reisen für dich funktionieren kann.

Ein weiterer seeehr bedeutender Aspekt war auch:

Mit und nicht gegen den Körper reisen

Das war wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte für mich. Pausen nicht als Rückschritt zu sehen, sondern als etwas Wertvolles.

Ich habe auf meinen Reisen immer wieder bewusst Pausen eingeplant:

  • im Zug, Bus

  • in Restaurants, Cafés

  • auf einer Bank mitten in einer Stadt

  • oder einfach irgendwo im Moment

Und genau dort sind oft die schönsten Erinnerungen entstanden. In Florenz habe ich dadurch plötzlich eine Hochzeitsgesellschaft entdeckt und beobachtet, wie sie aus der Kirche kam.

Ich habe Straßenmusikern zugehört. Menschen beobachtet. Hab mich mit Menschen ausgetauscht und sie kennengelernt. Habe Momente wahrgenommen, die ich früher wahrscheinlich komplett übersehen hätte, weil ich nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gelaufen bin.

Dadurch habe ich die Kultur und die Menschen teilweise sogar noch intensiver oder aber anders erlebt. Anders, aber nicht weniger schön. Vielleicht sogar echter. Ich könnte wirklich noch stundenlang über dieses Thema sprechen, weil so viel dazugehört.

Aber was ich dir unbedingt noch mitgeben möchte:

Ganz egal, welche Einschränkung du hast, schon kleine Anpassungen können unglaublich viel Energie sparen.
Energie, die du dann für Ausflüge, Erlebnisse oder schöne Momente nutzen kannst.

Lass dich darauf ein.

Und auch wenn es dir vielleicht schwerfällt:
Versuche, dich neu für das Reisen zu öffnen.

Schau, was es an einem Ort alles zu entdecken gibt, vielleicht abseits der Wege, wie du bisher immer gereist bist.

Es lohnt sich wirklich, hinzuschauen und deine Reisen auf eine neue Art zu gestalten.

Wer weiß, was dich auf deiner nächsten Reise erwartet.

Vielleicht nimmst du aus dieser Folge mit, dass Reisen nicht verschwinden muss, sondern sich verändern darf. Und dass genau in diesen Anpassungen oft etwas Neues entsteht: eine andere, vielleicht sogar tiefere Art zu reisen.

Ich freue mich, wenn du etwas für dich mitnehmen konntest und vielleicht auch ein Stück Hoffnung, dass dein eigener Weg des Reisens noch nicht zu Ende ist.

Ich bin gespannt auf dein Feedback und freue mich über Austausch. Melde dich gerne für meinen Newsletter an, der erscheint im Moment monatlich und dort nehme ich dich noch tiefer mit in meinen Alltag. Wenn du magst, lass mir gerne eine Bewertung für den Podcast dort und ich freue mich auch, wenn du den Podcast teilen möchtest. Wenn du findest, dass er auch wertvoll sein kann für Freunde, Familie oder Bekannte.

Weiter geht’s in einem Monat mit dem nächsten Podcast. Bis zum nächsten Mal und bis dahin: Lass uns gemeinsam Lichtblicke sammeln.

Deine Tanja


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